Immobilien-Ertragssteuer – Änderungen ab 2016 – und was hat das mit Ihnen zu tun?

Wenn Sie vorhaben, Ihre Immobilie in der nächsten Zeit zu verkaufen, so einiges!

Seit April 2012 gibt es in Österreich die Immobilienertragssteuer (Immo-ESt). Sie ist eine Steuer auf entgeltliche Immobilientransaktionen, die den Verkäufer trifft.

Zuvor waren private Immobilienverkäufe für den Verkäufer praktisch kostenlos – ausgenommen die Liegenschaft wurde innerhalb der Spekulationsfrist von 10 Jahren wieder verkauft.

Diese Kostenfreiheit des Verkäufers ist seit April 2012 nicht mehr gegeben. Die Immo-ESt beträgt derzeit 25% des Verkaufsgewinns, also 25% der Differenz vom heutigen Verkaufspreis und den seinerzeitigen Anschaffungskosten der Immobilie. Wurde die Immobilie vor April 2002 erworben – hier spricht man von sog. Altvermögen – beträgt der Steuersatz bei Verkauf der Immobilie 3,5% vom Verkaufserlös (nicht vom Verkaufsgewinn!) bzw. 15% vom Verkaufserlös, sofern die Liegenschaft umgewidmet wurde (bei Umwidmungen nach 1987). D.h. bei Neuvermögen zahlt der Verkäufer 25% auf den Gewinn, bei Altvermögen 3,5% bzw. 15% auf den Verkaufspreis.

Kostenmindernd wirkt sich der derzeit gültige Investitionsabschlag in Höhe von 2% der Bemessungsgrundlage (dies ist der Verkaufserlös) pro Jahr aus. Dieser kommt zum Tragen, wenn die Immobilie bereits länger als 10 Jahre im Eigentum des Verkäufers steht.

Geplante Erhöhungen:

Die Steuersätze der Immo-ESt werden 2016 angehoben: bei Neuvermögen von 25% auf 30%, bei Altvermögen von 3,5% auf 4,2% bzw. von 15% auf 18%. Zusätzlich soll künftig der Investitionsabschlag wegfallen.

Wen trifft die Immobilienertragssteuer nicht: Verkäufer, die ihre verkaufte Immobilie selbst bewohnt haben (Hauptwohnsitzbefreiung) bzw. selbst errichtet haben (Herstellerbefreiung). Zu beachten ist hier, dass es sich in beiden Fällen um eine höchstpersönliche Befreiung handelt, die durch Verschenken und Vererben jedenfalls untergeht, und dass für die Steuerbefreiung bestimmte Fristen und die Aufgabe des Hauptwohnsitzes zu beachten sind.

Jetzt liegt es an Ihnen zu überlegen, welchen Zeitpunkt Sie für den geplanten Verkauf Ihrer Immobilie wählen.

Diese Information ersetzt keinesfalls ein Beratungsgespräch bei einem Parteienvertreter (Notar/Rechtsanwalt) Ihres Vertrauens.
 
 
Mit behilflichen Absichten

Ihre Gabriele Knoll