Welche Immobilienfotos bringen meine Immobilie bestmöglich an die Frau/den Mann?

Jeder, der seine Immobilie selbst verkaufen möchte, ist spätestens dann mit dieser Frage konfrontiert, wenn er die Fotos auf einer Immobilienplattform online stellen möchte.

Reicht es, Handyschnappschüsse zu machen – schließlich sind die ja heutzutage ganz ordentlich – oder brauche ich eine professionelle Ausrüstung? Kann ich die Fotos selbst machen oder soll ich einen Fotografen beauftragen?

Beim Hochladen der Fotos im Internet stellen sich die nächsten Fragen: Sollen es ganz viele Fotos sein, damit sich der Kaufinteressent ein vollständiges Bild des Hauses machen kann? Das spart seine Zeit und auf jeden Fall auch meine – schließlich kostet jede Besichtigung Zeit. Oder reicht es, Fotos von den Schokoladenseiten zu machen?

Stellen Sie sich vor, ein Interessent sucht im Netz nach seiner Wunschimmobilie.

Er hat eine genaue Vorstellung davon, was diese können soll. Lage, Ausstattung und Preis sind das erste Kriterium, wonach er seine Wunschimmobilie auswählt. Meist lassen sich die in Frage kommenden Objekte durch Verwendung der entsprechenden Filter auf den Immobilienplattformen problemlos filtern.

Danach wird es spannend: Nun entscheidet nur mehr eine Sache darüber, ob er sich für Ihre Immobilie interessiert: das Titelbild. Und diese Entscheidung trifft er im Bruchteil einer Sekunde: Lust auf weitere Bilder oder uninteressant? Ansehen oder Weiterscrollen?

Folgendes darf dabei nicht aus den Augen verloren werden: Es gibt nur einen Auftrag, den ein Immobilienfoto hat: Es soll für Ihre Immobilie bestmöglich werben!

Leider hat man bei der Durchsicht der angebotenen Immobilien manchmal den Eindruck, dass hier mit grober Hand gearbeitet wird. Fotos werden mangels Zeit bei unpassendem Licht oder schlechtesten falls abends bei Dunkelheit und künstlichem Licht gemacht. In der Eile wird der Wäscheständer im Wohnzimmer vergessen. Nun zieht er alle Aufmerksamkeit auf sich. Das Bett im Schlafzimmer sieht nicht aus, als wäre es frisch bezogen. Und im Badezimmer reihen sich Kosmetikprodukte und Waschmittel aneinander. Die teilweise erschreckend schlechte Bildqualität lassen wir mal aussen vor.

Ist es wirklich das, was ich meinem zukünftigen Käufer zeigen will?

Nun, was soll das Foto können?

Ein professionelles Immobilienfoto beherrscht die Kunst, ein Haus oder eine Wohnung originalgetreu und gleichzeitig trotz geringer Mängel so vorteilhaft wie möglich abzubilden. Hier ist Kreativität gefragt.

Durch die Wahl des Blickwinkels können die Schokoladenseiten einer Immobilie hervorgehoben werden: den Blick lenken, Neugierde wecken und Spannung aufbauen. Beim Interessenten soll sich der Haben-Wollen-Effekt einstellen. Das, was er jetzt unbedingt will, ist, einen Besichtigungstermin bekommen.

Daneben entscheidet die Wahl der Tageszeit darüber, wann das beste Licht ist, um dem Haus oder dem Raum zu schmeicheln. Probieren Sie’s aus und fotografieren Sie einen Raum vormittags, nachmittags und abends – Sie werden den Unterschied erkennen! Klar, das erfordert Zeit, in der Sie sich mit dem Objekt beschäftigen.

Das geeignete Motiv bleibt bei alldem das entscheidende Merkmal, warum sich der Interessent für Ihre Immobilie entscheidet und nicht für eine andere. Warum den Wäscheständer fotografieren, wenn doch das Sofa mit farblich abgestimmten Kissen, dem geeigneten Teppich und passenden Dekoartikeln ein viel besseres Motiv abgibt?

Welche Fotos soll ich veröffentlichen – und vor allem wie viele?

Keinesfalls fehlen dürfen die Hauptwohnräume, sowie Küche und Bad. Gibt es einen Balkon oder eine Terrasse, wäre es schade, diese nicht zu zeigen. Bei Häusern sind Außenaufnahmen samt Garten Plicht. Das privateste aller Zimmer – das Schlafzimmer – lässt sich meist mit einfachen Mitteln zu einem Traum aus Kissen und Plaids gestalten.

Ergänzend dazu sollten der Flur, das Treppenhaus sowie weitere Nebenwohnräume (Bibliothek, Büro, Gästezimmer) und im Außenbereich die Zufahrt bzw. der Pool fotografiert werden. Die Entscheidung darüber, was ich zeige, liegt letztendlich daran, was und vor allem wie viel das Motiv kann. Habe ich kein interessantes Motiv, schadet jedes weitere Bild.

Eine gelungene Aufwertung sind Detailbilder von Räumen oder von Ausstattungen über dem Standard: ein Kamin, eine Leseecke, ein Designermöbelstück oder besondere Bad- und Küchendetails. Eine gelungene Präsentation lässt die Bilder wie aus einem Guss wirken – am besten, wenn Stil und Farbkonzept durchgängig sind.

Zu guter Letzt: Erinnern wir uns daran, wie ich den Kaufinteressenten am besten abholen kann: den Blick lenken, Neugierde wecken, Spannung aufbauen. Das erreiche ich nicht, wenn ich jeden Raum aus jeder Perspektive mehrmals präsentiere. Spätestens nach dem Sichten des 30. Fotos ist für den Interessenten die Luft raus. Keine Spur mehr von Neugierde oder Spannung. Auch wenn ich viele Bilder – selbst viele gute Bilder – habe, muss ich nicht alle zeigen. Das Bessere schlägt das Gute – es reicht, von jedem Raum oder Detail ein Bild zu zeigen.

Fazit: Die Anforderungen an eine gute Immobilienpräsentation sind hoch. Je besser Sie sich mit Ihrer Präsentation von den Mitbewerbern abheben, desto mehr Interessenten werden Sie haben. Je mehr Interessenten Sie haben, desto höher wird der Verkaufspreis ausfallen. Und die Interessenten werden es Ihnen danken. Denn Immobilien, in die sie sich nicht verliebt haben, haben sie schon genug gesehen.

Mit einer geeigneten Fotoausrüstung, Ihrer Zeit und Ihrem Engagement können Sie diesen Anforderungen gerecht werden. Oder Sie greifen auf die Unterstützung eines Profis zurück. Die Entscheidung liegt bei Ihnen!
 
Herzlichst

Ihre Gabriele Knoll